Zum Titel springen

Suche

Logopäde/-pädin

Logopädinnen und Logopäden behandeln Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen sowie Gesichtslähmungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Ihr Ziel ist es, die Kommunikationsfähigkeit oder die Schluckfunktionen der Personen zu verbessern, wiederherzustellen oder zu erhalten. Die Berufsleute machen Abklärungen, beraten, erstellen Behandlungspläne und führen Therapien durch.

Kategorien
Bildungstypen

Hochschulberuf

Berufsfelder

Bildung, Soziales - Gesundheit

Branchen

Medizinische Therapie, Naturheilkunde - Therapie - Unterricht auf Stufe Volksschule, Mittelschule und Berufsbildung

Swissdoc

0.731.20.0

Aktualisiert 30.04.2024

Logopädie PH/FH (Bachelor)

Logopädie PH/FH (Bachelor)

Der Film illustriert die Studienrichtung Schulische Heilpädagogik anhand von Porträts aus Ausbildung und Beruf.

© 2022 – Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik HfH

Logopädie PH/FH (Bachelor)

Tätigkeiten

Sie üben folgende Tätigkeiten aus:

Diagnose

  • Diagnosen bei unterschiedlichen Störungen erstellen in den Bereichen Lesen, Schreiben, Sprachverständnis, Sprachproduktion, Sprechen, Stimme, Schlucken und Gesichtslähmungen
  • passende Untersuchungen durchführen, um eine genaue Diagnose zu erhalten, zum Beispiel bei Problemen mit der Aussprache, bei Sprachverlust oder bei Lese-Rechtschreibstörungen
  • den Schweregrad der Störung einschätzen
  • die Ressourcen der Betroffenen einschätzen, zum Beispiel ist es möglich, dass bei einer erworbenen Sprachstörung das Lesen gelingt, während das Schreiben stark beeinträchtigt ist
  • bei Bedarf andere Fachpersonen einbeziehen und zusätzliche Untersuchungen vorschlagen, beispielsweise Untersuchungen des Gehörs sowie neurologische oder psychologische Abklärungen

Behandlung

  • individuelle Therapieziele gemeinsam mit den Betroffenen und Angehörigen festlegen
  • Pläne für die Behandlung der entsprechenden Störung erstellen
  • mögliche Ursachen der Störung in die Behandlung miteinbeziehen, etwa Probleme in der Entwicklung, Krankheiten oder ein Unfall
  • verschiedene Therapien durchführen, zum Beispiel Einzel- und Gruppensitzungen
  • unterschiedliche Methoden anwenden, je nach Alter, Diagnose und Interessen der Person, beispielsweise spielerische Übungen, Lesen, Schreiben, Sprechen, Verstehen oder Übungen mit digitalen Hilfsmitteln
  • geeignetes Material und Geräte einsetzen, zum Beispiel Geräte für unterstütze Kommunikation wie etwa Tablets, auf welchen via Bildauswahl Gefühle oder Bedürfnisse kommuniziert werden können

Zusammenarbeit

  • mit Ärztinnen, Pflegern, Psychologinnen, Lehrern und anderen Fachpersonen zusammenarbeiten, um eine bestmögliche Behandlung sicherzustellen
  • das Umfeld der Personen beraten und bei Bedarf unterstützen, zum Beispiel Familien, Angehörige, Schulen oder andere Institutionen
  • Präventionsarbeit für verschiedene Zielgruppen leisten, etwa Lehrpersonen in Kindergärten beraten, damit sprachauffällige Kinder früh erkannt werden

Ausbildung

Bildungsangebote

  • Muttenz (BL)
  • Zürich
  • Rorschach (SG)
  • Freiburg

Alle Angebote auf berufsberatung.ch/logopaedie

Dauer

Bachelor: 3 Jahre Vollzeit, 4-6 Jahre Teilzeit oder berufsbegleitend

Inhalt

  • Prävention, Beratung, Gesprächsführung
  • Diagnostik und Therapie von Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen
  • Erstspracherwerb und Schriftspracherwerb
  • Mehrsprachigkeit
  • Grundlagen Pädagogik, Medizin, Linguistik, Psychologie, Soziologie
  • wissenschaftliches Arbeiten
  • Praktika

Der Ausbildungsinhalt ist je nach Hochschule unterschiedlich.

Abschluss

Bachelor of Arts

Voraussetzungen

Vorbildung

    Zulassung zum Bildungsgang:

  • gymnasiale Maturität, Berufsmaturität oder Fachmaturität mit bestandener Ergänzungsprüfung gemäss Passerellenreglement, EDK-anerkanntes Lehrdiplom oder Hochschulabschluss
  • und bestandene phoniatrische und logopädigsche Eignungsprüfung
  • und Vorpraktikum im (sozial-)pädagogischen oder klinischen Bereich
  • Hinweis: Die Zulassungsbedingungen können je nach Hochschule unterschiedlich sein. Über Details informieren die Hochschulen. Mehr Informationen: berufsberatung.ch/zulassung

Anforderungen

  • Kommunikationsfähigkeit
  • pädagogisches Geschick
  • Einfühlungsvermögen
  • Teamfähigkeit
  • Selbstreflexion
  • Flexibilität
  • psychische Belastbarkeit
  • gute Beobachtungsgabe

Weiterbildung

Kurse

Angebote von Hochschulen, der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Logopädie (SAL) und von verschiedenen kantonalen Berufsverbänden.

Master

  • Master in Speech and Language Therapy/Logopädie
  • Master in Special Education/Sonderpädagogik
  • Master in Erziehungswissenschaft
  • Master in Gesundheitswissenschaft

Über die Zulassung zum Master an Universitäten mit dem Bachelor FH informieren die Hochschulen. Diese können Zusatzleistungen verlangen.

Nachdiplomstufe

Angebote von Fachhochschulen und Universitäten, zum Beispiel:

  • CAS Diagnostik und Therapie bei Lese-Rechtschreibstörungen
  • CAS Effektive Förderung bei LRS
  • CAS Mehrsprachige Kinder und Jugendliche in der Logopädie
  • CAS Stimme und Sprechen

Berufsverhältnisse

Die Berufsverhältnisse von Logopädinnen und Logopäden sind vielfältig und abhängig von ihrem Arbeitsort, zum Beispiel Schulen oder Spitälern. In Kindergärten und Schulen arbeiten sie beispielsweise an der Erkennung und Behandlung von Sprachentwicklungsstörungen oder Lese-Rechtschreib-Störungen bei Kindern und Jugendlichen, auch um Chancengleichheit im Lernen zu ermöglichen. In Spitälern und medizinischen Institutionen wird die Kommunikations- und Schluckfähigkeit von Erwachsenen wiederhergestellt oder verbessert, auch um Folgekomplikationen zu vermeiden. Die Berufsleute arbeiten mit Ärztinnen, Physiotherapeuten, Ernährungsberaterinnen, Psychologen, Sozialarbeiterinnen und Lehrern sowie mit Behörden, Eltern und Erziehungsberechtigten zusammen. Die Arbeitszeiten sind meistens regelmässig. Teilzeitarbeit ist häufig problemlos möglich.  

Logopädinnen und Logopäden finden Anstellungen in Schulen, Kindergärten sowie in Sonder- und Sprachheilschulen, zum Beispiel für Kinder und Jugendliche mit Sprachstörungen, Autismusspektrumstörung oder Hörbeeinträchtigungen. Andere Berufsleute arbeiten in Spitälern mit Intensiv- und Akutstation, Rehabilitationszentren oder sind selbstständig erwerbend in logopädischen Praxen. Die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt sind sehr gut. Die möglichen Arbeitsorte sind normalerweise in der Sprachregion, in der die eigene Erstsprache gesprochen wird.

Weitere Informationen

Adressen

Deutschschweizer Logopädinnen- und Logopädenverband (DLV)
Geschäftsstelle
Grubenstr. 12
8045 Zürich
Tel.: +41 44 350 24 84
URL: https://www.logopaedie.ch
E-Mail:

Schweiz. Arbeitsgemeinschaft für Logopädie (SAL)
Seminarstrasse 27
9400 Rorschach
Tel.: +41 071 552 54 44
URL: https://www.logopaedieschweiz.ch
E-Mail:

berufsberatung.ch